Sind Sie Herrscher der eigenen Unternehmensdaten?

Am 12. Februar 2013 veröffentlichte ich den Beitrag ‚Sicherheitsbedrohungen im Mittelstand‘ auf diesem Blog. In diesem Artikel schrieb ich unter anderem, dass ich Cloud-Computing als neue Gefahr wahrnehme. Hintergrund dieser Einschätzung war, dass die großen Betreiber von Cloud-Computing zumeist ihren Sitz in den USA haben und auch ihre Server dort stehen. Mir war klar, dass dort gespeicherte Daten vor der US-Gerichtsbarkeit letztlich nicht sicher sind, wenn vermeintliche US-Interessen betroffen sind.

Jetzt hat sich diese Entwicklung verschärft. „“All your data are belong to us„, urteilt ein US-Gericht“ schreibt Heise Online in einem sehr interessanten Artikel. „Die USA verlangen offiziellen Zugriff auf Daten, die außerhalb ihrer Hoheitsgebiete angefallen und gespeichert sind. Und sie tun dies nicht über Rechtshilfeersuchen, sondern direkt.“ Hier geht es zum ganzen Beitrag: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Kommentar-Wie-die-USA-ihre-IT-Wirtschaft-zerstoeren-2283109.html

Übersetzt bedeutet das für deutsche Unternehmen, dass sie willkürlichen Einflüssen ausgesetzt sein können. Beispielsweise im Rahmen von Ermittlungsverfahren gegen Geschäftspartner. Was passiert, wenn US-Behörden dann die eigenen Unternehmensdaten wie etwa Kundendateien konfiszieren oder gar den Zugang zum Cloud-Anbieter einschränken? Wie schreibt Heise online: „Es geht darum, wer die Information kontrolliert, nicht wo sie liegt“, begründete die Richterin ihre Entscheidung“. In der Konsequenz bedeutet dies, dass Unternehmen nicht mehr Herr ihrer eigenen Daten sind. Das wäre fatal.

Cloud-Computing mit US-Anbietern bietet sicher viele technische und materielle Vorteile. Aber diese neue Entwicklung kann sich für Nutzer solcher Clouds verheerend auswirken, ohne dass sie darauf Einfluss nehmen können. Stellen Sie sich vor, Sie sind angestellter Geschäftsführer einer Kapitalgesellschaft und Sie haben plötzlich keinen Zugang mehr zu Ihren Daten oder sind -aus Ihrer Sicht grundlos- Teil eines US-Ermitllungsverfahrens. Das kann nicht nur sehr teuer sein, sondern die Existenz des Unternehmens bedrohen. Somit auch die Existenz des Geschäftsführers, der plötzlich Schadensersatzansprüchen des Unternehmens ausgesetzt sein könnte.

Natürlich bietet das europäischen Cloud Anbietern beste Entwicklungschancen. Jeder Geschäftsführer und IT-Verantwortliche in Unternehmen sollte die aktuelle Lage dazu nutzen, die eigene IT-Infrastruktur zu überprüfen und bei Bedarf neu zu organisieren.

Michael May

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