Arbeit – Spaß oder Elend ?

Diesen kleinen Beitrag habe ich vor einigen Jahren verfasst. Untersuchungen zeigen aber immer wieder auf das Neue, dass Unternehmen große Leistungs- und Wissensreserven heben können, wenn Sie Mitarbeiter ernst nehmen und auf diese eingehen. Nur intrinsische Motivation wirkt letztlich langfristig.

„Der Begriff intrinsische Motivation bezeichnet das Bestreben, etwas um seiner selbst willen zu tun (weil es einfach Spaß macht, Interessen befriedigt oder eine Herausforderung darstellt). Bei der extrinsischen Motivation steht dagegen der Wunsch im Vordergrund, bestimmte Leistungen zu erbringen, weil man sich davon einen Vorteil (Belohnung) verspricht oder Nachteile (Bestrafung) vermeiden möchte.“(Quelle: D. G. Myers: Psychology. New York 2004, S. 330 f.)

Hand auf’s Herz: Macht die Arbeit immer Spaß ?

Nach neuesten Untersuchungen engagiert sich nur noch jeder 6. deutsche Arbeitnehmer wirklich. Einige sabotieren sogar ihren Arbeitsplatz, während die große Masse mehr oder weniger Dienst nach Vorschrift macht.

Leistung ist aber immer noch das Produkt aus: Leistungswillen x Leistungsvermögen

In vielen Hochglanzbroschüren wird das „Humankapital“ als die wichtigste Quelle des Unternehmenserfolgs bezeichnet. Die Kluft zwischen Papier und Realität dagegen ist oft riesig. Die meisten Mitarbeiter erkennen beziehungsweise wissen, ob sie ’nur‘ Ressource sind oder tatsächlich mehr. Anerkennung der Arbeit und persönlicher Einsatz hängen eng zusammen und sind viel wichtiger als irgendwelche manipulativ von außen aufgesetzte Motivation. Diese Maßnahmen sind meist nutzlos, verpuffen schnell, aber vergeuden viel Zeit und Geld. Wenn der Leistungswille fehlt, dann hilft auch das beste Leistungsvermögen nichts. (Die Angelsachsen kennen hier ein Tier, den Wombat: „Waste of money, brain and time“)

Weiterhin, und das wird kaum diskutiert, besteht fast jede Arbeit aus eingeübten Routinen und immer wiederkehrenden Aufgaben. Diese Routine gibt zwar eine gewisse Sicherheit, ist jedoch oft nicht anregend oder erzeugt nicht den berühmten Flow, bei dem man sich, die Welt vergessend, in die Tätigkeit vertieft. Chirurgen erleben diesen Flow wohl des öfteren, aber der normale Arbeitnehmer eher seltener.

Hinzu kommen Aufgaben, die sozial eher unten stehen wie etwa die Reinigung oder Tätigkeiten, bei denen man permanent mit sozialen Missständen in Berührung kommt. Mitarbeiter von Sozialämtern, Pflegepersonal oder Müllentsorger haben wohl eher selten Flow, sondern diese Menschen machen ihre so wichtige Arbeit, weil sie getan werden muß.

Das Ergebnis ist also eine Aufforderung an beide Partner:

Unternehmen können kaum motivieren, sondern nur die intrinsischen Kräfte ihrer Arbeitnehmer wecken. Anerkennung und klare Führung sind die wichtigsten Mittel hierzu. Andererseits besteht bei vielen Arbeitnehmern eine überfrachtete Erwartungshaltung an ihre Tätigkeit, die vom Arbeitgeber kaum zu erfüllen ist. Beide Seiten sollten daher mit einer Portion Realismus an ihre Aufgaben herangehen, keine unerfüllbaren Versprechen von sich geben, sondern miteinander, nicht übereinander reden.

Michael May

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