Liquidität durch Forderungsmanagement verbessern

Hohe Quote: Fast 99 Prozent aller Forderungen in Deutschland werden beglichen. Gleichzeitig machen viele Gründer und Unternehmer die Erfahrung, dass Banken Forderungsabtretungen in nur geringem Umfang bewerten. In der Regel setzen Banken ein an sie abgetretenes Forderungsvolumen nur zu ca. 20 Prozent als Sicherheit an. Beispiel: Ein Unternehmen hat Forderungen in der nominellen Höhe von 100.000,- € an die Bank zur Sicherheit abgetreten. Diese bewertet hingegen diese Summe mit einem Sicherungswert von nur 20.000,- €. Knapp 20 Prozent der an Kreditinstitute abgetretenen Forderungen werden gar nicht als Sicherheit von der Bank bewertet. Das ist für das jeweilige Unternehmen sehr ärgerlich: Es hat Sicherheiten an die Bank gegeben und keinerlei Vorteil davon.

Im Gegenteil: Diese Forderungen können nicht mehr zur Schaffung von Liquidität eingesetzt werden, denn Doppelabtretungen sind letztlich strafbar. Wären diese Forderungen nicht an die Bank abgetreten, so könnte das Unternehmen seine Forderungen beispielsweise bei einer Factoring-Gesellschaft in bares Geld umwandeln und sich somit zusätzliche Liquidität verschaffen. Hat die Bank aber erst einmal Forderungen als Sicherheit abgetreten bekommen, dann gibt sie diese meistens nicht mehr her, auch wenn diese nur gering bewertet wurden.

Strategie: Jedes Unternehmen und jeder Unternehmer muss sich daher vor Abtretung von Forderungen an ein Kreditinstitut fragen, wie zukünftig mit den Forderungen umgegangen werden soll. Viele Unternehmer denken, Banken könnten den Wert der an sie abgetretenen Forderungen einfach und genau einschätzen. Das ist aber zumeist nicht der Fall! Banken wenden üblicherweise pauschalisierende Verfahren an, da ihnen das Know-how zur sauberen Forderungsbewertung fehlt.

Factor: Factoring-Gesellschaften hingegen tun den ganzen Tag nichts anderes, als Forderungen anzukaufen. Sie verfügen über viel mehr Wissen und langjährige Erfahrungen, welches Unternehmen seine Forderungen regelmäßig und vollständig begleicht. Vom Ausfall bedrohte Forderungen würden sie schnell erkennen und nicht ankaufen. Auch zahlen sie einiges mehr für an sie abgetretene Forderungen, als Banken diese zur Sicherheit bewerten. Beim echten Factoring übernehmen sie sogar noch das Haftungsrisiko für den Fall, dass doch Forderungen ausfallen sollten.

Fazit: Die durchschnittliche Bonität deutscher Unternehmen liegt bei 2,2. Sie ist somit als gut zu bezeichnen. Daher ist die pauschale Bewertung von Forderungen durch Banken wie oben beschrieben für Unternehmen insgesamt ein schlechtes Geschäft. Forderungsmanagement muss daher in Unternehmen von Anfang an strategisch betrieben werden. Einmal an die Bank abgetretene Forderungen sind für die Liquidität des Unternehmens nur sehr begrenzt einsetzbar, werden aus grundsätzlichen Erwägungen aber oftmals von den Banken nicht mehr freigegeben.

Finanzkommunikation: Jeder Unternehmer sollte daher mit seiner Bank über den Sicherungswert aller dieser zur Verfügung gestellten Sicherheiten sprechen. Manche Banken nennen diesen Sicherungswert noch nicht einmal. Dann hat das Unternehmen sogar noch ein größeres Problem. Eine Bank mit guter Finanzkommunikation hingegen wird diese Werte offen mit seinem Kunden diskutieren und begründen. So hat das Unternehmen die Chance, seine finanziellen Möglichkeiten sauber auszuloten. Denn auch wenn die Zeiten noch gut sein mögen: Der Wind kann schnell wechseln und eine ausreichende Liquidität insbesondere bei Kapitalgesellschaften überlebenswichtig werden.

Michael May

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