Social Media, Prozessorientierung und „Kleine Fluchten“

Fortschritt: Seit mehreren Jahren befasse ich mich intensiv mit Social Media und dem Internet als Vertriebsplattform. Das Internet ist heute fast ein alter Hut (obwohl erst ca. 20 Jahre alt), während Social Media eigentlich eher als eine große Spielwiese wahrgenommen werden. Jedoch sind viele der größten Erfindungen der Menschheit dem Spieltrieb zu verdanken. Derzeit erleben wir eine Revolution, deren Implikationen sich noch massiv zeigen werden. Google, Amazon und viele Webshops sind allgemein aus dem heutigen Leben nicht mehr wegzudenken und die Verlierer dieser Revolution bleiben am Leben, müssen sich aber neue Erwerbsquellen erschließen.

Produktivität: Vergessen wird dabei oftmals, dass Revolutionen immer bisher Feststehendes wegfegen und durch Neues ersetzen. Das muss nicht besser sein, ist aber auf jeden Fall anders. Die Presse beispielsweise merkt das an sinkenden Auflagen, der Buchhandel ist durch das ebook unter Druck, Webinare könnten teilweise das Geschäft der Fortbildungseinrichtungen  beeinträchtigen, Visitenkarten und mehr kann man einfach im Internet generieren sowie drucken lassen und der Zwischenhandel wird teilweise ausgeschaltet. Standardisierte Prozessabläufe werden ungeahnte Produktivitätsfortschritte ermöglichen und letztlich weniger Fachkräfte benötigen.

Gegentrends: Jeder Trend erzeugt in der Regel – in geringerem Maße – eine gegenläufige Entwicklung. Neben möglichen negativen gesellschaftlichen Auswirkungen dürfte der Trend „Zurück zur Natur“ weiter an Bedeutung gewinnen.  Inzwischen wandern sogar junge Menschen mit zunehmender Begeisterung und die Outdoor-Branche boomt ungebrochen.  Ich halte es auch für vorstellbar, dass es zumindest in Großstädten zukünftig verstärkt Gaststätten/Einrichtungen gibt, die z.B. als Debattier- und Raucherclub Menschen eine emotionale und intellektuelle Heimat bieten und unerfüllte Bedürfnisse befriedigen, sozusagen kleine Inseln im immer mehr regulierten öffentlichen und beruflichen Raum.  Die „Kleinen Fluchten“ aus einem Übermaß an geschriebenen und ungeschriebenen Gesetzen dürften  aus meiner Sicht noch viele Geschäftsmöglichkeiten eröffnen.

facebook & co: Daher stehen wir nach meiner Meinung erst am Anfang dieser Revolution, die ganze Berufszweige in Mitleidenschaft ziehen dürfte, während andere sich steil im Aufstieg befinden. Banker werden immer weniger benötigt, während Social-Media-Macher gesucht sind. Auch wer facebook & Co nicht mag sollte sich unbedingt damit beschäftigen. Nur so erkennt man die Gefährdungen für das eigene Geschäftsmodell und erschließt sich möglicherweise ein enormes Potenzial, das es zu nutzen gilt. Nicht dadurch, dass man vielleicht auch irgendwie „drin“ ist, sondern auf Basis dieser Plattformen Strategien für das eigene Unternehmen austüftelt.

Entwicklungen: Derzeit arbeiten Versicherungen und Banken an neuen Vertriebswegen sowie -formen und es kommen mit Mikrofinanzierung und Crowdfunding neue und hochinteressante Spielarten der Finanzierung auf den Markt. Plattformen etwa für Privatkredite gibt es schon seit Jahren (z.b. Smava) und die Genossenschaft als Rechtsform dürfte eine neue Blüte erleben. So bedarf die Gründung einer Genossenschaft nur noch mindestens drei Mitglieder. Externe und bezahlbare Ratings für KMU könnten in absehbarer Zeit auf den Markt kommen und die bankinternen Ratings, deren Parameter nicht offen liegen, zumindest ergänzen und KMU damit einen praktischen Mehrwert bieten. Ich finde, wir leben in wahrhaft spannenden Zeiten.

Michael May

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