Rating von KMU – eine Black Box?

Externes Rating: Bei dem Begriff ‚Rating‘ denken fast alle Unternehmer unwillkürlich an die drei großen amerikanischen Ratingagenturen. Wenig bekannt ist aber, dass es im Bereich der großen Mittelstandsunternehmen nur wenige gibt, die überhaupt von diesen Agenturen extern geratet werden. Hintergrund ist, dass selbst die ‚Hidden Champions‘ in der Regel kein AAA erhalten würden. Wer will etwa ein einfaches A+ und muss das auch noch bezahlen? (Das Rating von Staaten soll hier nicht diskutiert werden).

Note oft nicht bekannt: Die Unternehmen des Mittelstands werden aber, sofern sie Kredite benötigen, immer von der Bank mit einem internen Verfahren geratet. Ca. 1/3 der Unternehmen wiederum kennt das Ergebnis dieses Ratings nicht, obwohl dies für die Zukunft existenziell werden könnte.

Kaum bekannt ist weiterhin, dass selbst die Mitarbeiter der Banken oft nicht wissen, wie das Ratingergebnis, die Note für das Unternehmen, zustande kommt. Dabei nutzen die Kreditinstitute im Grunde ähnliche Verfahren und Benotungssysteme. Es wird in den Fällen des internen Ratings durch Banken die ‚Ausfallwahrscheinlichkeit‘ eines Kredits in recht komplexen mathematischen Verfahren ermittelt. Bei den Sparkassen etwa führt das zu einem Benotungssystem von 1 (=sehr gut) bis hin zu 18 (=Totalausfall/schlimmer geht es nicht). Dies bedeutet, dass jedes Unternehmen die Note unbedingt kennen sollte, da die Höhe etwa der zu zahlenden Zinsen davon abhängt (Wie hoch ist der Risikozuschlag der Bank?)

Ausfallwahrscheinlichkeit: Praktisch nicht bekannt bei KMU ist, dass spätestens bei einer Ausfallwahrscheinlichkeit eines Kredits von 2% bis 3% dies zu einer Note um ca. 12 führt (siehe oben)  und das Unternehmen keine Kredite mehr erhält (weder für Liquidität noch für Investitionen). KMU sollten daher einstellige niedrige Benotungen anstreben und dem Cash-flow sowie der Verschuldungsdauer in Jahren besondere Aufmerksamkeit schenken.

Fazit: Daher ist es für alle Unternehmen des Mittelstands im Rahmen der Zukunftssicherung unerlässlich, sich mit Basel III, der eigenen Ratingnote und den möglichen Verbesserungen derselben zu beschäftigen. Das Rating des eigenen Unternehmens darf keine Black Box sein, sondern man muss die einfließenden Parameter kennen. Nur so können KMU das zukünftige Rating durch die Bank beeinflussen. Die Spezialisten dieses Blogs stehen dafür mit Rat und Tat gern zur Verfügung.

Michael May

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