George Carlin, Comedian

George Carlin ist nun schon etliche Jahre tot, aber seine Stand-up-Comedy ist immer wieder sehenswert: Schnell, zupackend, manchmal derb, aber immer klasse. George Carlin on some cultural issus:

Michael May

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Bullshit-Life

Bullshit-Jobs: So nennt der Ethnologe David Graeber von der London School of Economics die Jobs, die aus seiner Sicht keinen gesellschaftlichen Wert haben, nichts bringen und sogar krank machen sollen.  Er meint damit vermeintlich  nutzlose Jobs von Menschen, die im Büro nur 3 – 4 Stunden wöchentlich arbeiten würden und von denen es überraschend viele gäbe. Glücklich seien diese Menschen trotz guter Bezahlung oft nicht, sondern sie neigten verstärkt zu Depressionen. Diese Boreout-Jobs stifteten keinen Sinn und förderten im Gegenteil Antriebslosigkeit.

Jeder dritte Jugendliche will als Influencer Karriere machen und bekannt werden. Die allermeisten Möchte-Gern-Influencer werden an zu hoch gesteckten Zielen und gleichzeitig fehlenden Fähigkeiten daran scheitern. Wenn das Selbstbewusstsein von der Anzahl der Follower abhängt empfinde ich dies als schon ein wenig traurig.

Hingegen genießen die wirklich wichtigen sozialen Jobs oft wenig Ansehen, werden eher schlecht bezahlt und sind oft von umfangreichen Dokumentationspflichten begleitet. Müllmann, Pfleger oder Krankenschwester erbringen der Gesellschaft mehr Nutzen als so mancher Manager oder Büroangestellter. Wer von ihnen für den Job zu sehr brennt ist dann nicht selten nach ein paar Jahren ausgebrannt.

So enden sowohl die unterforderten Bullshit-Jober als auch die überforderten Engagierten am Ende oftmals in Krankheit. Beide sind nicht glücklich und können oder wollen sich aber daraus nicht befreien.

Das Leben solcher Menschen ist somit in gewisser Weise gescheitert. Sie haben „ihren“ Weg nicht gefunden, nicht den Job, der ihrem Wollen und Fähigkeiten entspricht.

Von einem unbefriedigenden Bullshit-Job zu einem Bullshit-Leben ist es dann nicht mehr weit.

Das Gegenteil von einem solchen Leben ist das Fulfil-Leben: Die persönlichen Motive erforschen, die eigenen Grenzen austesten, die Komfortzone verlassen und auch einmal umkehren, wenn sich der eingeschlagene Weg als zu steinig oder gar falsch erwiesen hat.

Keine einfache Sache in einer sich anscheinend immer schneller ändernden und komplexer werdenden Welt. Bullshit-Life kann jeder. Fulfil-Life benötigt einiges mehr.

Michael May

 

 

 

 

 

 

 

 

TECHNO-RAUMZEIT

Albert Einstein postulierte in der Speziellen Relativitätstheorie vor gut 100 Jahren die Raumzeit: Raum und Zeit sind keine unabhängigen Dimensionen, sondern untrennbar miteinander verwoben.

Lebenslang hat ebenfalls einen Kunstbegriff erfunden: die TECHNO-RAUMZEIT

Ich glaube, dass ungeheure Veränderungen in Kultur, Gesellschaft, Technik und dem Verständnis unseres Menschseins bevorstehen. Der Technik kommt dabei eine besondere Rolle zu, denn es gibt bei aller Ungewissheit über die Zukunft eine Konstante:

Den technologische Zeitstrahl!

Von der Erfindung der ersten Werkzeuge aus Stein, des Rades, der Windmühlen, des Autos etc hat es die Menschheit in nur wenigen Jahrtausenden sogar geschafft, Atome zu spalten und außergewöhnliche Maschinen aller Art zu bauen. Eine ungeheure geistige Leistung war dazu nötig. Der technologische Zeitrahl wird jedoch noch weiter nach vorn schreiten, niemand wird ihn wohl aufhalten können.

Der Gründer von Second Life, Philip Rosedale, prophezeit sogar, wir alle würden in absehbarer Zeit in einer virtuellen Welt ein besseres Leben als in der ‚echten‘ Realität führen, weil man dort alles richtig machen könne. Das eigene, echte Leben hingegen sei irgendwie fad dagegen.

Die Techno-Raumzeit ist gerade im werden. Die vielen großen und  kleinen Helferlein und vorgeblich treusorgenden Social-Media-Riesen umgeben uns immer dichter in einer Art unsichtbaren Kokon. Ich nenne das auch TECHNO-COCOONING, den Rückzug aus der Realität. Es werden ständig mehr Helferlein und diese gleichzeitig immer raffinierter. Nicht umsonst stecken Unternehmen und Staaten mittlerweile ungeheure Summen in die Erforschung Künstlicher Intelligenz (KI).

Wir können diese Technologien nicht mehr weglegen wie ein Handwerkzeug. Im Gegenteil: Sie machen abhängig und schaffen sich ihren eigenen Menschen, eine neue Menschheit. Der Mensch wird nur noch Randfigur. Der Technik ist auch egal, ob sie nützlich ist oder nicht. Sie wird jedoch auch dein Leben verändern. Wie begrüßen die Borg aus Startrek neue Species: Widerstand ist zwecklos! Du brauchst Strategien, um nicht von der kommenden technologischen Revolution, der Techno-Raumzeit, in der alles mit allem verbunden ist, assimiliert zu werden.

Wie du es schaffst, die Technologien positiv für dich zu nutzen und in einer Welt ineinander verschwimmender Realitäten deinen guten und richtigen Weg zu finden und zu gehen, dabei will Lebenslang dich handfest unterstützen.

https://www.lebenslang.shop/

Michael May

Transhumanismus – Humanistisch oder Techno-Cocooning?

Kennen Sie die Borg? Das ist jene Spezies im Startrek-Universum, deren Mitglieder alle geistig miteinander verbunden sind und die durch Implantate und Technologien im und am Körper „verbessert“ wurden. Die Borg wollen alle anderen Spezies des Universums mittels Technologie in Borg transformieren und bekriegen diese massiv. Ihr Wahlspruch lautet: „Wir sind die Borg. Widerstand ist zwecklos!“

Was haben die Borg mit Transhumanismus zu tun? Letzterer sieht Menschen mit all ihren Stärken und Schwächen als Übergang zu einer Art Überwesen an. Menschen werden als beliebig formbares und eher minderwertiges Material  angesehen. Transhumanisten glauben in fast religiös anmutender Weise, dass neue Technologien und wissenschaftliche Erkenntnisse quasi automatisch nur Fortschritt bringen.

Um nicht missverstanden zu werden: Natürlich fände ich beispielsweise Mittel gegen Demenz und alle sonstigen Krankheiten gut. Oder Wege, das Leben ein wenig zu verlängern. Es geht daher nicht um Ablehnung des technologischen Fortschritts, sondern um Bewertung des Nutzens, aber auch der Gefahren neuer Technologien. Eine Selbstverständlichkeit wie ich meine. In diesen neuen Technologien steckt die Kraft – im Guten wie im Bösen – einzelne Menschen und ganze Gesellschaften möglicherweise radikal zu verändern.

Wer sind die Treiber und Lobbyisten des Transhumanismus? Es ist nicht erstaunlich, dass diese Geldgeber – von viel Geld – Konzerne aller Art sind. Sie wittern jede Menge neue Geschäftsmodelle und noch mehr Geld. Der Mensch selbst ist ihnen, vermute ich, im Grunde egal, auch wenn sie dies ad nauseam vehement bestreiten würden. Er ist  nur Ressource und wird auch noch abhängig gemacht. Implantate, Medikamente, genetische Veränderungen und „neue“ Lebensmittel etwa sichern diese Abhängigkeiten und kreieren damit die perfekte Cash-Cow. Ein riesiger neuer Markt entsteht gerade, den viele Konzerne mit aller Macht erschließen wollen und wohl auch werden.

Daher sollte unbedingt eine öffentliche Diskussion über Nutzen und Gefahren des Transhumanismus geführt werden. Führen diese vielen transhumanistischen Produkte, welche die Menschen zukünftig immer dichter und quasi untrennbar begleiten werden, zur Fortentwicklung des Menschen und der Gesellschaft oder im Gegenteil zur Degeneration?  Ich befürchte: Zu Letzterem.

Bequemlichkeit, Lifestyle, und Komfort der neuen Technologien verhindern ein wesentliches Element der persönlichen Entwicklung: Das Verlassen der Komfortzone. Unangenehmes und Anstrengendes wird im Gegenteil gemieden. Viele sichtbare und unsichtbare Helferlein unterstützen den Nutzer oder die Nutzerin bei deren Vermeidung.

Entwicklung setzt immer die Bereitschaft für Unbequemes, Belastung, Nachdenken und Schärfung der eigenen ungetrübten Wahrnehmung voraus. Transhumanisten können so etwas nicht gebrauchen, denn das würde ihr Geschäft beeinträchtigen. Sie wollen den Kunden einlullen und ihn glauben machen, nur ihre Technologie würde ihn voran bringen.

Sie schaffen bewusst ein Techno-Cocooning.

Keine Blase, sondern einen immer dichter werdender Kokon aus all den vielen kleinen, schönen neuen Produkten und Anwendungen, von denen der Mensch sich irgendwann nicht mehr befreien kann, weil er diese wie ein Werkzeug, etwa einen Hammer, nicht einfach beiseite legen kann.  Er ist mit diesen lebenslang verbunden und abhängig: Der perfekte Konsument! Der Traum eines jeden Konzerns.

Führen wir keine ernsthafte Debatten über den Transhumanismus, seine Ziele und Probleme, sondern bejubeln sogar gedankenlos dessen immer neuen Fortschritte, dann könnte irgendwann der Point of no Return auftauchen, ab dem es heißt:

Widerstand ist zwecklos!

Michael May

 

 

 

 

 

 

 

Wer arbeitet darf auch feiern

Hendrik Hey, der Macher und Inhaber von „Welt der Wunder“ (Wissenssendung im TV und Printmedium) hat mit etwa 500 Gästen im Freiheiz München gefeiert. Nette Menschen, tolle Gespräche und ein schickes Ambiente. Ein wunderbarer Abend, der mir wirklich gefallen hat.

Er hat vor etwa drei Jahren seinen gleichnamigen Sender gegründet und noch viel vor. Neue Formate, interessante Projekte  und viele gute Ideen sind auf dem Weg, verwirklicht zu werden. Ich freue mich darauf.

Michael May

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Das Ende des Wachstums?

Zugegeben: Das ist sicher eine markige Ansage, die es zu belegen gilt. Dafür gibt es nicht den „einen“ Beweis, sondern eine Kette von Indizien.

Die letzten 100 Jahre

Das Wachstum der letzten 100 Jahre in der westlichen Welt ist hauptsächlich einem einzigen Faktor zu verdanken, den es in der Geschichte der Menschheit noch nie gab: Die weltweite Bevölkerung von etwa zwei Milliarden Menschen um das Jahr 1920 wird in naher Zukunft auf acht Milliarden Menschen ansteigen. Natürlich spielen auch neue Technologien eine Rolle. Für Wachstum ist jedoch die Zahl der kaufkräftigen Konsumenten entscheidend. Je mehr davon, umso besser.

Hauptsächlich in Afrika und Teilen Asiens wird die Weltbevölkerung weiter wachsen. Aber alle „reifen“ Gesellschaften wie diejenigen Europas verlieren auf Grund des Ergrauens ihrer Bevölkerung diesen Vorteil. Der Anteil der dort nicht mehr produktiv Aktiven steigt massiv. Die Erwerbstätigen der letzten 3 – 4 Generationen hielten durch ihre Arbeit, ihr Einkommen und ihren Konsum den vergangenen Wirtschaftsboom aufrecht. „Aus sich heraus“, also ohne globale Vernetzung, können reife Volkswirtschaften nicht wachsen, sondern schrumpfen eher. Aus diesem Grund wurden im Rahmen der Globalisierung Osteuropa und Asien, insbesondere China, zu begehrten Absatzmärkten. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts der entwickelten Volkswirtschaften schwächt sich dennoch stetig ab.

Wie ist die Lage?

Schon jetzt sind Unternehmen zu ständigen Produktinnovationen gezwungen, weil ein harter Wettbewerb herrscht und die Grundbedürfnisse der Konsumenten längst gedeckt sind. Die voll entwickelten Volkswirtschaften arbeiten somit nahe an Sättigungsschwellen. Das führt dann zu letztlich logischen, aber unsinnigen Lösungen wie dem luftdichten Verpacken von 100 Gramm/wenigen Scheiben Wurst. Eine winzige Menge für den schnellen Verzehr, während das Plastik der Verpackung die Umwelt langfristig belastet. Es gibt Stimmen, die behaupten, der in den Weltmeeren angesammelte Plastikmüll würde bald die Menge der dortigen Biomasse (Fische, Pflanzen etc) erreichen. Im Grunde ist dies ein Akt der Selbstsabotage oder gar Selbstzerstörung der Menschheit.

Laut einer gemeinsamen Studie der Universität Mexiko mit der Stanford University aus den USA steht das 6. Massenaussterben der irdischen Lebewesen bevor. In den letzten 40 Jahren seien, so die Forscher, etwa die Hälfte der Tierwelt auf der Erde vom Menschen ausgerottet worden. Möglicherweise entzieht sich die Menschheit durch kollektive Dummheit gerade selbst die Lebensgrundlage.

Guter oder schlechter Kapitalismus?

Ich sehe den Kapitalismus grundsätzlich positiv, denn nur diesem haben wir alle unser bisheriges angenehmes Leben und Wohlstand zu verdanken. Überproduktion, Fehlallokation, Umweltverschmutzung, Artensterben und auch die ungleiche Verteilung des weltweiten Reichtums stehen jedoch für die negativen Folgen eines ungehemmten Kapitalismus. Derzeit wird dieser hauptsächlich durch die niedrigsten Zinsen aller Zeiten am Leben erhalten. Die massive Flutung der Märkte mit Zentralbankgeld hat aber nicht zu weiteren Investitionen geführt, sondern lediglich die Schulden sind gestiegen. Diese säkulare Stagnation  https://mayconsult.wordpress.com/2014/08/21/das-grose-experiment/   dürfte viele Jahre weiter anhalten, denn sowohl Private als auch Staaten verkraften höhere Zinsen nicht mehr.

Wir – mündige Bürger, kluge Kaufleute und verantwortungsvolle Politiker -sollten uns daher unbedingt Gedanken über neue Wege machen. Die Zeiten des Wachstums gehen trotz oder gerade wegen der neuen Technologien, die bezahlte Arbeitsplätze in der Summe verdrängen, zu Ende.  Auch staatliche Interventionen oder Subventionen bringen keine langfristigen Erfolge mehr hervor, sondern erhöhen nur die staatliche Verschuldung. Diese wiederum führt unweigerlich dazu, dass der Staat seinen Bürgern tiefer in die finanziellen Taschen greift.

In alternden und reifen Gesellschaften dürfte auch Gründer- und Unternehmertum aus Selbstmotivation deutlich abnehmen. Die Zahl der privaten und unternehmerischen Steuerzahler düfte daher tendenziell sinken und die Sozialsysteme bedrohen.

Der Wandel kommt. Schaffen unsere Gesellschaften dies auf einem evolutionären Weg oder nur durch eine ungesteuerte, zerstörerische Revolution, die viel Unheil in sich bergen düfte, Ausgang unbekannt?

Demokratie funktioniert nur, wenn Vertrauen in diese und deren Institutionen besteht. Geht dieses Vertrauen verloren, dürfte dies für die innere Verfasstheit und Stabilität demokratischer Staaten dramatisch schlechte Auswirkungen nach sich ziehen.

Fangen wir mit dem Nachdenken und Ausprobieren neuer Wege an.

Michael May

(wird fortgesetzt)